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Eisenoxid

Heute war ich bei der Lieben A: Ich hatte ihr schon länger versprochen, ihr Fahrrad zu richten. Das gute Stück stand den Winter über draußen und der Händler wollte nun 150€, um Antrieb und Reifen zu erneuern. Ich war schon vor ein paar Wochen bei der Lieben A, um mir eine Überblick zu verschaffen und heute ging es dann an die Demontage.

Ein Damenrad mit zwei Körben, einer 18-Gang-Schaltung, knapp 20kg Lebendgewicht und einer Sitzposition, die der Lieben A noch nicht aufrecht genug ist:

Aber was stand denn nun heute auf dem Plan? Genau: Antrieb, also Ritzelpaket und Kurbel abbauen und mal schauen, ob ich die richtigen Ersatzteile rausgesucht habe – die ich noch bestellen  muss. Außerdem ist so beim Einbau dann auch gleich Zeit gespart.

Das Ganze lief mit dem passenden Werkzeug auch recht schmerzfrei. Erstmal per Innensechskant die Verschraubung der Kurbeln lösen:

Und dann mit dem Kurbelabzieher die Kurbel von der Aufnahme drücken:

Kurbelabzieher in Aktion am Rad der Lieben A

Jetzt stellt man fest, dass es eine gute Idee gewesen wäre, die Kette noch abzumachen. Bei der Kette war zwar ein Kettenschloss verbaut, aber der Ketten-Nieter tat es auch. Die Kette wandert sowieso in die Tonne.

Kettennieter am Rad der Lieben A

Dann baut man das Hinterrad aus und zieht die Kassette ab:

Demontage der Kassette am Rad der Lieben A

Zwischendrin wagt man einen Blick in das blaue Buch und stellt fest, dass die Nuss zum Abziehen viel besser hält, wenn man den Schnellspanner durch steckt.

Irgendwann ist die Kassette dann ab:

Kassette des Rads der Lieben A

und ich weiß, was ich wissen wollte:

Freilaufkörper am Rad der Lieben A

Verbaut ist ein Freilaufkörper, auf den auch Ritzel mit 11 Zähnen passen. Übrigens ist der ganze Antrieb mit Shimano-Interglide-Teilen aufgebaut. Da ich keine Ahnung habe, ob man sowas heute noch kaufen kann, werden die neuen Teile dann Hyperglide sein.

So sieht das dann übrigens für Unbeteiligte aus:

Spielwiese bei der Lieben A

Da noch etwas Zeit war, habe ich mich entschieden, noch die Lager der Laufrad-Naben zu fetten. Und dann fing der Horror an. Das Rad stand den ganzen Winter draußen und wurde nicht bewegt; ich hätte mir schon was denken sollen, als ein halber Liter Wasser aus den Kettenstreben lief.

Rost im Lager am Hinterrad der Lieben A

Das Bild ist leider ziemlich unscharf. Nur so viel: das Rote ist a) Rost b) der Konus, auf dem die Kugeln laufen.

Kugeln aus einem undichtigen Kugellager

Kugeln aus der Nabe des Hinterrads der Lieben A

Diese Jungs sind normalerweise metallisch-glänzend. Normalerweise kann man den Rost noch abwischen, doch hier war auch ein Bad in  Aceton nicht erfolgreich. Der Konus sah übrigens ähnlich raus: schwarz und zerkratzte Lauffläche. Da hilft nur noch eins: ordentlich Fett und hoffen, dass eine höhere Entität gnädig gestimmt ist. Da ich bei letzterem eher skeptisch bin, habe ich lieber noch mehr Fett genommen.

Frisch gefettetes Kugellager an Hinterradnabe der Lieben A

Aber nicht außen rumsiffen:

Bilder vom spaßigsten Teil, dem Einstellen des Nabenspiels, habe ich leider nicht. Aber immerhin war auch das zu schaffen, trotz total verranzter Lager. Die Naben laufen jetzt immer noch ziemlich rau, aber wesentlich besser als vorher. Die Vorderrad-Nabe war übrigens ebenfalls rostig, aber ohne diese zähe schwarze Korrosion aus der Hinterrad-Nabe. Die dem Wetter zugewandte Seite des Rades war wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen.

Tja, der erste Eintrag zum Thema Fahrrad und ich schreibe doch über Kettenschaltungen. Andererseits macht die Überholung einer verrosteten Getriebenabe sicherlich noch weniger Spaß. Nuja, die nächsten Tage werden dann die Ersatzteile bestellt und die Liebe A hat wieder ein Fahrrad. Ich dürfte das übrigens für die Hälfte des Preises schaffen, den der Händler veranschlagt hat: da kann sich die Liebe A noch ein Eis kaufen.

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Kategorien:fahrrad, leben
  1. 14. Juni 2010 um 2:24 am

    Wo kann man dich mieten?! ♥

    • 14. Juni 2010 um 12:07 pm

      Mich kann man nicht mieten – ich erscheine aber mit einem Rucksack voller Werkzeug, wenn man meine Namen dreimal vorm Spiegel sagt und dabei die Glücksbärchi-Melodie summt 🙂

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