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Crossfit. Erster Eindruck.

Es geht mal wieder um Sport. Um Crossfit, genauer gesagt. Kurze Zusammenfassung des Folgenden: Yeah!

Aber mal langsam. Ich war am Montag im Fitnessstudio, wie das nunmal häufiger passiert, und tat dort die Dinge, die ich dort eben so tue. Wirklich erfreulich, dass so viele Leute gute Vorsätze haben und auch trainieren gehen. Nervt leider, weil sie mir dann im Weg rumstehen.

Als die Zeit für mich knapp wurde, fragte ich die drei Jungs am  Squat Rack, ob ich mitmachen könnte. Einer der drei hatte ein Crossfit-Shirt an und wir kamen ins Gespräch. Crossfit kam mir in der Vergangenheit schon öfters unter. Crossfit hatte ich vor allem im Zusammenhang mit genereller Fitness gehört. Es wurde gemunkelt, man macht da Übungen mit Kugelhanteln und Langhalten. Man käme gut ins Schwitzen, da teilweise Übungen auf Zeit – wieviele Sätze schafft man in x Minuten – gemacht werden. Man sähe gut aus, wenn man eine Zeitlang dabei ist. Man wird fit. Allerdings wusste ich nicht, dass es in Deutschland ebenfalls auch Angebote gibt.

Nun, auf jeden Fall wusste ich zwei Minuten später, dass der Herr im T-Shirt Gregor heißt. Heute war ich dann mal zur Probe im Training.

Erstmal ging es ans Aufwärmen. Neben den üblichen Dehnübungen wurden dabei auch gleich zwei Übungen eingeführt: Kettlebell Swings und der Overhead Squat mit Besenstiel.

Nach 10 Minuten ging es an die eigentlichen Übungen. Wir waren acht Leute und wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils das gleiche Programm gemacht haben: in 20 Minuten sollten möglichst viele Crunches absolviert werden. Die Übungen wurden immer abwechselnd ausgeführt, wobei die Kettlebell den Takt vorgab: nach zehn Kettlebell Swings wurden die Stationen rotiert. Als konkretes Ziel einer Gruppe galt es, die höhere Anzahl an Crunches zu schaffen.

Das war sehr großer Spaß. Ich war zum Schluss schweißgebadet. Nach Overhead Squats – soviele wie möglich – direkt zur Kettlebell rennen, 10 Wiederholungen, dann auf den Boden und Crunches. Anschließend kurz Pause und dabei die Crunches des Nachfolgers zählen. Das schöne daran ist: jeder kann sein Tempo selbst gestalten. Fitte Leute können Gas geben, weniger fitte Leute machen dann eben weniger Crunches. Oder lassen sich mit den Kettlebell Swings mehr Zeit. Oder nehmen bei den Squats die leichtere Stange.

Zum Schluss gabs dann noch zehn Minuten Dehnen. Gute Sache.

Das Training dauert also eine Stunde. Während dieser Stunde wird man fortwährend betreut und ermuntert. Es gibt Tipps, was die Form angeht, damit niemand mit einem Bandscheibenvorfall nach Hause geht. Es gibt kein sinnloses Geschreie seitens der Trainer, kein Macho-Gehabe seitens der Trainierenden. Sehr angenehmes Klima. Die Betreuung ist auch dank der Gruppengröße vorzüglich: mit Gregor und Johannes hatten wir zwei – sympathische – Betreuer auf acht Trainierende. Allerdings kann sich das natürlich noch ändern, wenn mehr Leute dazu kommen.

Alles in allem denke ich, dass Crossfit ein guter Weg ist, fit zu werden und zu bleiben. Ich bin ein Fan des Trainings mit freien Gewichten und die Ausdauer-Elemente sind sicher eine gute Sache. Ich denke, Crossfit ist durchaus empfehlenswert und wird seinen Zielen gerecht, die ich mal aus der englischen Wikipedia zitiere:

CrossFit says that proficiency is required in each of ten fitness domains: cardiovascular/respiratory endurance, stamina, strength, flexibility, power, speed, agility, balance, coordination, and accuracy.

 

Das liebe Geld ist natürlich ein Faktor. Aktuell zahle ich 20€ im Monat für 24/7 Zugriff auf ein gut ausgestattes Fitness-Studio. Crossfit kostet 35€ für Studenten. Dafür bekommt man nicht 24/7 Zugang zu zich Trainingsgeräten. Leider. Stattdessen bekommt man zwei mal die Woche eine Stunde Training in der Gruppe mit zwei kompetenten Betreuern. Ich bin mir nicht sicher, welche Qualifikation die Trainer in meinem aktuellen Studio haben, aber offenbar haben Gregor und Johannes studiert. Sind also dann 8 Stunden pro Monat zu circa 4,38€ pro Stunde.

Und ich mal so ganz persönlich? Ich fühlte mich unmittelbar nach der heutigen Sitzung sehr gut. Das ist etwas ungewöhnlich: bisher habe ich ausschließlich Krafttraining à la Stronglifts gemacht.  Wenig Sätze, wenig Wiederholungen, viel Gewicht, lineare Progression: jedes Mal mehr Gewicht. Das bringt durchaus den gewünschten Erfolg, nämlich Kraft und auch Masse. Nach einer Trainingseinheit bin ich da in der Regel recht erschlagen, was durchaus angenehm sein kann.

Nach der Crossfit-Einheit heute war das anders: ich fühlte mich energiegeladen, als wären da noch zwei oder drei Stunden an Programmieren drin. Später beim Einkaufen habe ich allerdings gemerkt, dass Nahrung nun allerdings doch angebracht wäre und ich doch ein bisschen müde war. Könnte auch sein, dass der Milch-Zucker-Haferflocken-Mix endgültig nachgelassen hatte.. :>

Damit wären wir eigentlich auch beim Problem, dass ich gerade ein bisschen mit Crossfit habe: es ist kein reines Krafttraining, im Gegenteil. Ich hatte allerdings vor einem halben Jahr mit dem Ziel angefangen, an Kraft zuzulegen. Und da ist durchaus noch einiges mit linearer Progression zu holen, bevor ich mich anderen Trainingsplänen zuwenden muss. Andererseits ist Kraft dann doch nicht alles, wie man auch im obigen Wikipedia-Zitat sieht. Diese „ten fitness domains“ sind keine Erfindung von Crossfit, sondern durchaus feste Begriffe im Feld. Gerade für mich als Code-Sklaven, der den ganzen Tag sitzt, recht unflexibel und verspannt ist, wäre der Blick auf die anderen Fitness-Disziplinen nicht übel. Es sei an der Stelle mal drauf hingewiesen, dass ich  übrigens kein Fitness-Experte bin – habe nur ein paar Dinge gelesen und halb verstanden.

Um mal zu schließen: ich halte Crossfit für eine gute Sache, auch in der Heidelberger Ausprägung. Man muss sich aber im klaren sein, was man will: Crossfit ist gut für generelle Fitness, wie der Name schon sagt. Wenn man generell fit sein will, dann macht man Crossfit. Wenn man aussehen will wie ein Bodybuilder, macht man was anderes. Wenn man extrem stark sein will, macht man was anderes. Weiterhin ist Crossfit vor allem eins nicht: irgendein Bullshit, den ein inkompetenter Trainer jedem Kunden gleich zusammenstellt, bei dem der Glückliche dann 20 Wiederholungen an irgend einer Maschine machen darf.

Auf jeden Fall mache ich das jetzt mal mindestens 1-2 Monate und gucke, was dabei rauskommt. Kann nur gut werden!

Zum Ende ein Zitat von Mark Rippetoe:

CrossFit has the potential to change the popular cultural perception of what exercise actually means over the next decade, and I will watch with delight as selectorized leg machines are melted down into more useful items like re-bar and manhole covers.

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