Startseite > leben > Ebooks: Kindle und das DRM

Ebooks: Kindle und das DRM

Mein $deity, geht mir DRM auf die Nerven. Wer glaubt eigentlich, dass ich was kaufe und dann dritten noch direkte Kontrolle darüber einräume, wann und wo ich was tue? In diesem Sinne habe ich gerade folgende Mail an den Amazon-Kundenservice geschrieben:

Guten Tag,

erfreut habe ich festgestellt, dass ihr Kindle nun auch in Deutschland verfügbar ist. Moderne, durchdachte Technik zu einem guten Preis.

Aber: meines Wissens sind so gut wie alle Bücher per DRM unbrauchbar gemacht. Es ist lediglich möglich, diese Bücher auf dem Kindle selber oder mit autorisierten Programmen z.B. auf dem Smartphone oder Computer zu lesen. Zum Beispiel gibt es für mein Betriebssystem (GNU/Linux) keine Möglichkeit, meine gekauften Ebooks zu lesen.

Das DRM verhindert es also, dass ich mein gekauftes Buch lesen kann, wie ich es will. Noch schlimmer: Amazon kann mir auch rückwirkend Bücher vom Kindle löschen, wie damals mit ‚1984‘ geschehen. Und was passiert, wenn es Amazon nicht mehr gibt – wer betreibt die Autorisierungs-Server, wer portiert die Software auf neue Geräte? Das sind ungeklärte Fragen, die vermutlich mit „niemand“ beantwortet werden müssen.

Alle Ebook-Käufe sind also lediglich Leihgaben von Amazon an mich, wobei ich auf den guten Willen von Amazon angewiesen bin, um meine Bücher auch in Zukunft nutzen zu können. Dieser Weg führt klar in eine Sackgasse.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, das DRM von den Büchern zu entfernen. Wer möchte, kann also (auf  rechtlich womöglich zweifelhaftem Wege) die Bücher von DRM befreien und tatsächlich so nutzen, wie es ihm gefällt – auch in ferner Zukunft noch. Allerdings funktioniert dieser Prozess ebenfalls nicht ohne weiteres unter GNU/Linux, zudem habe ich schlichtweg weder Zeit noch Lust, meine Zeit für Dinge aufzuwenden, die eigentlich selbstverständlich sind.

Eine weitere, ebenfalls einfache Alternative ist die Schwarzkopie: es gibt so gut wie alle Bücher als PDF im Netz. Diesen Weg beschreite ich ebenfalls nicht, da den Autoren und den Verlagen einfach ihre Kompensation zusteht. Wer leistet, soll auch seinen Lohn erhalten.

Sie sehen also: wer kein DRM möchte, kann es auf verschiedene Arten umgehen. Wer diesen Aufwand nicht treiben möchte, der muss hoffen, dass Amazon ihm weiterhin wohl gesonnen ist und das Geschäft mit Ebooks nicht einstellt. Da das DRM sowieso umgehbar ist, gibt es auch keinen Grund für Amazon, es einzusetzen. Der einzig Dumme ist damit der ehrliche Käufer.

Ich persönlich habe keine Lust auf irgendeine dieser Optionen. Wenn ich ein Buch kaufe, soll das auf jedem meiner Geräte funktionieren, ohne dass ich dafür proprietäre Software installieren  muss, die zuerst mit den Amazon-Servern aushandelt, ob ich dieses Buch überhaupt lesen darf. Ebenso will ich keinen Aufwand treiben, um das DRM zu entfernen, und noch weniger werde ich zu Schwarzkopien greifen.

Stattdessen werde ich mit dem Geldbeutel abstimmen und weder das Kindle noch die Ebooks kaufen. Ebenso werde ich meinen Bekanntenkreis darüber aufklären, dass ihnen die DRM-‚geschützten Ebooks nie wirklich gehören werden.

Mit besten Grüßen,

<name>

Advertisements
Kategorien:leben
  1. Johann
    21. April 2011 um 4:50 pm

    Schöne Mail! 🙂

    Leider wird sie von Amazon nicht gelesen, wenn kein Anwaltsstempel drauf ist -> /dev/null
    Also erwarte besser keine Antwort von denen.
    Aber immerhin ist sie hier im Blog auch wertvoll für andere potentielle Kunden. 🙂

    • 21. April 2011 um 4:54 pm

      Natürlich wird das Ding eher nicht gelesen. Aber macht auch nix. Da kommt höchstens ein Formschreiben zurück. 🙂

  2. Tim
    21. April 2011 um 9:27 pm

    Zustimmung meinerseits. Es ist auch nicht einzusehen, für z.B. das neue Buch von Simon Beckett 19,99 EUR zu bezahlen, wenn ich es für nur 3 EUR mehr als gebundene Ausgabe bekomme. Die kann ich nach dem Lesen dann auch noch verleihen und, falls das Buch nicht so toll ist, dass ich es behalten möchte, auch noch für nen Zehner verkaufen. Gut, ums Verkaufen geht es mir jetzt nicht wirklich, aber um das Ausleihen können, denn mit meinem Bruder tausche ich schon seit Jahren immer wieder mal Bücher aus. Schade, denn eigentlich würde ich schon ganz gerne E-Books lesen.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: