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Fernseher kaufen..

In so eine Wohnung kann man ja auch mal einen Fernseher stellen, nicht? Da gibt es natürlich mal wieder viel zu viele Modelle von viel zu vielen Herstellern. Zum Glück bin ich geizig, das schränkt den Kreis schonmal ein. Trotzdem muss man sich dann als erstes überlegen, wie groß das Ding sein soll. Unsere Räume in der Wohnung sind fast quadratisch, das Wohnzimmer ist etwas über 4m lang. Dementsprechend groß ist auch der Abstand zwischen TV und Sofa, wenn man denn beides an eine Wand stellt und nicht etwa mittig in den Raum.

Also bräuchte man ein Gerät in der Größe 37″ oder noch besser 42″. Ich habe mich ein bisschen umgeschaut und mir gefallen die günstigen Geräte von Philips sehr gut. Konkret sogar zwei: das Philips 42PFL5405H und das Philips 42PFL4606H, die beide jeweils etwas unter 500€ kosten. Von den Features her sind die Geräte fast gleich: jeweils 42″, paar HDMI-Anschlüsse, 100Hz-Technik. Der 42PFL4606H scheint aber ein neueres Modell zu sein, denn bei Geizhals ist er seit dem 9.5.2011 gelistet. Sein Bruder, der 42PFL5405H, ist circa 20€ günstiger und seit dem 4.3.2010 gelistet. Offenbar handelt es sich um ein Auslaufmodell, da der bei Philips nicht mehr in der Übersicht für die 5000er-Serie auftaucht.

Der 5000er hat zusätzlich noch einen digitalen DVB-C-Tuner, der auch HDTV versteht, eingebaut. Das wäre durchaus ein Plus.

 

Die 4000er-Serie hingegen etwas weniger Strom. Allerdings fehlt hier an Bildoptimierung das „HD Natural Motion“-Feature. Das sogenannte „Pixel Plus HD“ gibt es bei beiden. Leider wird für den 4000er nicht gelistet, ob er sich auch auf 24p Wiedergabe versteht. Wieso eigentlich sind die technischen Daten hier wesentlich weniger ausführlich?

 

Bei der Bildoptimierung lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Für die 100Hz-Technik benötigen die Fernseher erstmal ein Panel, das Bildwechsel innerhalb von 2ms bewältigt. Das ist schonmal gute Voraussetzung für schlierenfreie Wiedergabe von Bewegtbildern. Darauf aufbauend entwickeln die Hersteller Chips, die für die 25 Bilder pro Sekunde (bzw 50 Halbbilder/s) Zwischenbilder künstlich errechnen und einfügen, um die Wiedergabe auf dem Fernseher flüssiger zu gestalten. Das ist zum Beispiel für Sport nicht verkehrt, oder auch für allgemeines Video-Material. Nur bei Filmen, z.B. von DVDs, stört mich dieser Effekt extrem: Filme sehen dann aus wie Seifenopern. Filme, auch im Kino, ruckeln immer ein ganz kleines bisschen. Diese „ich rate mal ein Zwischenbild“-Filter eliminieren dieses Ruckeln. Offenbar verliert man dadurch auch Tiefenschärfe bzw greift die Bewegungsvorhersage der Filter auch mal daneben. Ich weiß es nicht genau; auf jeden Fall: sieht furchtbar aus. Ich würde das also, je nach Material, durchaus abschalten. Weiteres bei Wikipedia: Soap-Opera-Effekt

 

Bei den beiden Fernsehern oben haben wir nun jeweils 100Hz-Panele, also kann hier durchaus diese Bilddopplungsmagie stattfinden. „Pixel Plus HD“ gibt es bei beiden, nur die höhere Serie hat „HD Natural Motion“. Ich zitiere einfach mal die Beschreibung von philips.com:

 

Pixel Plus HD bietet eine einzigartige Kombination aus optimaler Schärfe, natürlicher Detailtreue, leuchtenden Farben und fließenden, natürlichen Bewegungen bei HDTV- und Standard-Fernsehsignalen sowie Multimediainhalten für hochauflösende LCD-Displays. Artefakte und Rauschen werden bei allen Quellen, von Multimedia- bis zum Standard-Definition-Fernsehprogrammen sowie bei hochkomprimierten HD-Inhalten, unterdrückt. So wird das Bild gestochen scharf.

Offenbar findet hier nur eine Bildschärfung statt. Andererseits ist auch von „fließenden, natürlichen Bewegungen“ die Rede. Was genau kann ich da mir da vorstellen? Werden nun Bilder gedoppelt oder nicht? Womöglich handelt es sich auch um eine Overdrive-Variante, die die LC schneller einschwingen lässt. Andererseits würde das nur Schlieren vermeiden und nicht zwingend Bewegungen flüssiger machen.

Aus einer anderen Beschreibung von Pixel Plus HD, die man bei der Produktsuche erhält, indem man beim Filterkriterium auf das Fragezeichen klickt:

Pixel Plus ist ein digitales Bildverarbeitungsverfahren, das die Anzahl der Pixel pro Zeile und die Anzahl der Zeilen erhöht.

Na also. Das ist einfach der Upscaler, der Bildmaterial auf die Auflösung des Fernsehers hochskaliert. Wieso muss man da so ein Marketinggeseier drum machen? Wir wissen: das Ding macht keine Bildverdopplung.

 

Zu dem anderen Feature:

Philips hat HD Natural Motion entwickelt, um ruckartige Bildbewegungen bei der Filmwiedergabe zu minimieren. Der preisgekrönte Algorithmus erkennt Bewegungen im Bild und korrigiert Bewegungsruckeln sowohl bei Fernsehübertragungen als auch bei Filmmaterial (z. B. DVD und Blu-ray Disc). Die resultierende fließende Wiedergabe bei ausgezeichneter Bildschärfe bietet ein völlig neues Fernseherlebnis.

 

Das hört sich ja schon eher nach Bildverdopplung an. Google führt mich dann zur englischen Wikipedia, wo das Verfahren im Artikel „Motion Interpolation“ gelistet ist. Bingo. Aber! Witzigerweise sehe ich gerade, dass der 4000er auch ein „Digital Natural Motion“ als Feature hat – aber eben ohne das Präfix „HD“. Möglich, dass er bei höheren Auflösungen keine Bewegungsinterpolation mehr macht. Möglich, dass es nur Marketinggebrabbel ist.

Gut: welchen von den beiden würde ich nun alleine von den Features her nehmen? Den 42PFL5405H und nicht den 42PFL4606H. Der 5000er ist zwar ein Auslaufmodell von letztem Jahr, hat aber zusätzlich den DVB-C-Tuner und das (fragwürdige) HD Natural Motion. Außerdem ist die nominelle Helligkeit höher, zudem gibt es einen Sensor für Umgebungslicht, den es offenbar im 4000er-Modell nicht gibt. Andererseits braucht der 4606 viel weniger Strom. Dafür ist der 5404 doch 50€ billiger (420€ VS 470€). Echt schwierig!

 

Nun ja, es sind noch 2 Wochen. Bis dahin werden vermutlich mehrere  neue Gerätegenerationen kommen und gehen. Und beim schnaeppchenfuchs.com wird noch so einiges angespült. Tatsächlich weiß ich auch nicht, ob ich dringend ein Gerät mit 42″ haben möchte, trotz der Größe des Zimmers. Ein Fernseher mit 32″ reicht womöglich auch für unsere Ansprüche – gelegentlich mal einen Film oder ein bisschen TV nachmittags. Anders gesagt: bringt mich die Größe des Fernsehers dazu, mehr fern zu sehen?

 

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Kategorien:leben
  1. 17. Juli 2011 um 9:57 am

    Hier ist ein kleines anschauliches Beispiel: http://cyberdelia.de/2008/04/spielzeug-vorhernachher.html

    Das obere ist ein 32″ TV, das untere 47″, aufgenommen aus ca. 4,5m Entfernung (der 47″ sogar aus etwas mehr Distanz. Unter 42″ wuerde ich da gar nicht anfangen. Faustregel ist ja Diagonale = 3-4 mal dem Abstand, und ich wuerde da eher zu 3 tendieren 🙂

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