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Leuchtmittel

In der neuen Wohnung soll es auch hell werden. Üblicherweise dengelt man dazu Lampen an die Decke. Aktuell sind in meinen Lampen Halogen-Birnen drin. Die Halogen-Leuchtmittel sind etwas effizienter als normale Glühbirnen und machen ein sehr schönes Licht. Gerade im Bad wird es damit schön hell.

Praktischerweise habe ich mir ja einen teuren Stromtarif zugelegt, so dass sich Stromsparen nun endlich richtig lohnt. Was kann man denn noch so in Lampen reinschrauben?

Da wären zum einen Energiesparlampen. Auf dem Papier sind diese wesentlich effizienter als normale Glühbirnen. Ebenso halten sie wesentlich länger. Leider haben sie zwei Nachteile. Zum einen brauchen sie einige Zeit, bis sie ihre volle Helligkeit erreicht haben. Das ist gerade im Bad schlecht, wenn man nur eben seine luxuriöse Mähne begutachten will ohne vorher einen kompletten zweiminütigen Sonnenaufgang erleben zu müssen. Natürlich ist ein Sonnenaufgang durchaus angemessen, wenn Ich einen Raum betrete; tatsächlich ist es aber manchmal unpraktisch.

Der andere Nachteil: das Licht ist eklig. Normale Glühbirnen machen relativ warmes Licht, das eher gemütlich wirkt. Energiesparlampen machen ein eher grelles, kaltes Licht, das.. nun, nicht überall angemessen ist. Ich brauche im Wohnzimmer keine Wartezimmeroptik.

Im Hinterkopf hatte ich irgendwo, dass diese Probleme seit längerem eigentlich schon gelöst sind. Ein Besuch im Baumarkt hat mich da ein wenig weitergebracht: zum Beispiel die Firma Osram stellt passende Energiesparlampen her. Im Baumarkt selber fand ich nur ein Modell mit Dämmerungsschalter, was allerdings an temporärer Blindheit hätte liegen können. Die Website von Osram hat mir nun verraten, dass Ich gerne die Osram Dulux Superstar hätte. Angegeben ist eine Lebensdauer von 15 Jahren sowie 50000 Schaltzyklen. Osram gibt 5 Jahre Garantie. Das ist mir wichtig, da die billigen Energiesparlampen gerne mal voreilig den Löffel abgeben, entweder durch inhärent schlechte Qualität oder eben durch Einsatz an Orten, wo die Lampen mit vielen Schaltzyklen gequält wurden, wie z.B. in Bad oder Flur.

Interessant allerdings, dass Osram nichts zur Effienz bei häufigen Kaltstarts sagt: die Lampen verbrauchen beim Anlaufen relativ viel Strom. Ob das nur bei Kaltstarts oder generell beim cycling passiert, ist mir gerade nicht bekannt. Daher lohnen sich Energiesparlampen vor allem, wenn die Dinger auch anbleiben sollen.

Nun, auf jeden Fall sind die Osram Dulux Superstar mit circa 6€ im Online-Handel sehr bezahlbar.

Was aber eigentlich viel geiler ist: LEDs. Fuck! Großartig.

Als ich vor 4 Jahren mal geschaut hatte, gab es hauptsächlich solche Duschkopf-Lampen, in denen ein gutes Dutzend 5mm-LEDs verbaut waren. Waren nicht sehr teuer, haben aber auch nicht gut funktioniert. Begrenzter Abstrahlwinkel, geringe Helligkeit. Sehen ungefähr so aus:

Seit ich seit circa 2-3 Jahren eine Fenix-Taschenlampe mein eigen nenne, bin ich sehr von der Verwendung einzelner High-Power-LEDs überzeugt. Da kommt viel Licht raus, leider auch viel Wärme. Und das ist auch im Bereich der Wohnungsbeleuchtung ein Problem, denn die LEDs mögen Wärme gar nicht. Stark reduzierte Lebensdauer oder verringerte Lichtausbeute sind die Folge, wenn die Jungs zu warm werden. Als etwas anschauliches Beispiel: an meiner Fenix-Lampe gibt es einen Turbo-Modus, der die LED mit voller Leistung (der LED) befeuert. Dabei wird die Lampe so warm, dass man sie nach 20 Minuten spätestens ausschalten sollte, damit nicht die LED beschädigt wird oder der Akku platzt. Auf dem Fahrrad montiert hingegen kühlt der Fahrtwind die Lampe hinreichend.

Nun ist in so einer Lampe, gerade mit E27-Gewinde, eigentlich genug Platz. Dummerweise sind die LED relativ klein, so in Richtung des Fingernagels am kleinen Finger. Daher ist es eben schwierig, die anfallende Hitze (passiv) schnell abzuführen. Zudem sind die LED selber auch relativ teuer, da die Herstellung relativ teuer ist. Der Hersteller der Emitter sortiert die je nach Güte, Lichtfarbe, Helligkeit in verschiedene Töpfe. Ich vermute, dass für die Endprodukte der Hersteller wie Philips nur bestimmte, teure Binnings in Frage kommen.

Aber offenbar hat man sich davon nicht abhalten lassen. Mittlerweile gibt es zu konkurrenzfähigen Preisen richtige LED-Leuchtmittel, die man in gängige Fassungen schrauben kann. Verglichen mit den oben beschriebenen Energiesparlampen auf Basis von Leuchtstoffröhren sind LED noch mal effizienter, man spart also mehr Strom. Zudem ist direkt nach dem Einschalten die volle Helligkeit abrufbar. Ich vermute außerdem, dass der Einschaltvorgang nicht übermäßig viel Strom verbraucht. Weiterhin enthalten die LED-Leuchtmittel kein Quecksilber (dafür aber womöglich andere Schwermetalle, habe das nicht geprüft). Die

Lichtfarbe ist ebenfalls passabel, wenn man Qualität kauft. Offenbar ist bei LEDs der Anteil der verschiedenen Wellenlängen anders als bei herkömmlichen Glühlampen. Es gibt den Color Rendering Index, der wohl eine Art Farbechtheit beschreibt. Genau verstanden habe ich es nicht; trotzdem möchte man da offensichtlich möglichst nah an die 100. Witzigerweise funktioniert auch LED-Licht mit hohem CRI nicht gut mit Filmkameras.

Was kann man da heutzutage also so kaufen?

Meine Güte, ist das großartig. 8W, 470lm, E27-Fassung. Dimmbar. 25.000h Lebensdauer. Ersetzt eine 25W oder 40W Glühbirne. Kann man für nur 32,90€ kaufen!

Ähm, irgendwie teuer, oder?

Das geht auch günstiger, hier z.B. in einem Angebot von leds.de:

Das ist die Toshiba E-Core mit 5,5W und 250lm im warm-weißen Ton. Kostet dann circa 15€ und ist damit definitiv erschwinglich. Leider auch nicht sehr hell, daher ist der Einsatzbereich eher beschränkt.

Es gibt übrigens noch teuerere Leuchtmittel, die dann noch mehr Licht machen. Aufpassen sollte man auch auf den Abstrahlwinkel, je nach gewünschtem Einsatzbereich. Schaut einfach mal bei leds.de vorbei, da gibt es ein schönes Sortiment.

Wie oben erwähnt, halte ich die Wärmeentwiclung bzw das Problem der Kühlung für einen Flaschenhals bei der Entwicklung von LED-Lampen. So ein E27-Sockel kühlt eben nicht so gut wie ein schönes Stück Metall. Philips bietet aus vermutlich diesem Grund komplette Lampen auf LED-Basis an, die recht massiv wirken. Tatsächlich sehen sie auch aus wie riesige Kühlkörper und sind damit eher hässlich zweckmäßig. Ganz billig sind sie auch nicht.

Spannend finde ich auch die LED-Panele, die man an Wand oder Decke hängen kann. Womöglich geht auch hier die Zukunft hin. Wie gesagt ergibt es nur bedingt Sinn, LED-Leuchtmittel in die alten Bauformen der Glühbirne zu zwängen, da man dort auch uU mit Linsensystemen das Licht brechen muss und natürlich jede Menge Wärme abführen muss. Mit etwas mehr Fläche kommt man viel besser hin. Hier kann man auch günstige LEDs verbauen, die nicht ganz so lichtstark sind; dafür nimmt man dann mehr und kommt unterm Strich womöglich günstiger weg. Zusätzlich steigt bei geringerem Stromfluss auch die Lebensdauer, was noch ein Grund für mehr LEDs mit jeweils geringerem Lichtstrom wäre. Ich habe die Details vergessen; aber AFAIK sinkt irgendwann die Lebensdauer (und die Helligkeit?) überproportional zur Steigerung des Stroms. Das ist ein Kompromiss, der im High-End-Bereich der Hochleistungs-LEDs sicherlich eingegangen wird.

Diesbezüglich zitiere ich mal Wikipedia:

A recurring problem is that efficacy falls sharply with rising current. This effect is known as droop and effectively limits the light output of a given LED, raising heating more than light output for higher current.

Ich habe mal im Kopf sehr grob überschlagen, wann und ob sich so eine LED-Birne amortisiert. Ich denke, das dauert so um die zwei Jahre, bis man das Geld wieder raus hat. Daher werde ich aktuell die Dulux Superstar nehmen, da das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt. Aber meine Güte! LED-Lampen, die sich in endlicher Zeit finanziell rechnen *und* zusätzlich noch echte Vorteile bieten! Das ist wirklich die Zukunft. Ich werde womöglich für eine Leselampe oÄ ein günstiges LED-Leuchtmittel nehmen, um mal die Technik auszuprobieren.

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Kategorien:wohnung
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